Kremerata Baltica

Foto: Alberts Linarts

GIDON KREMER - SOLIST & KÜNSTLERISCHER LEITER

Im Jahr 1997 erlebte das legendäre Kammermusikfest in Lockenhaus eine kleine Revolution: An der Seite vieler renommierten Stars präsentierte der Geiger Gidon Kremer seinem Kennerpublikum ein neues Orchester namens Kremerata Baltica, das noch niemand vorher erlebt hatte. 23 junge Musikerinnen und Musiker aus Lettland, Litauen und Estland eroberten das burgenländische Dorf im Sturm – mit ihrer unbändigen Energie und Spielfreude verpassten sie dem Festival eine aufregende Frischzellenkur.

Zu seinem 50. Geburtstag hat sich Kremer damit selbst das grösste Geschenk gemacht: Ein pädagogisches Projekt mit einer langfristigen Perspektive, das höchsten künstlerischen Ansprüchen genügt und ihm die Möglichkeit gibt, seinen reichen Erfahrungsschatz an junge Kollegen aus den drei baltischen Staaten weiterzugeben – und das Musikleben des Baltikums zu fördern und zu inspirieren.

Aus der talentierten studentischen Nachwuchsgruppe erwuchs schnell ein professionelles Ensemble von internationalem Spitzenniveau. In den letzten 13 Jahren hat die Kremerata Baltica in mehr als 50 Ländern und 600 Städten etwa 1000 Konzerte gegeben, darunter auch in Japan, Australien, den USA, Lateinamerika, Russland und natürlich ganz Europa. Das Orchester hat mehr als 20 CDs eingespielt. 2002 gewann es den Grammy Award und den Echo, 2009 den „Praemium Imperiale Grant for Young Artists“.

Das Projekt wird durch die drei Baltischen Regierungen Litauens, Lettlands und Estlands unterstützt und hat sein Büro in Riga. Seine Mitglieder – herausragende junge Künstlerpersönlichkeiten, die in anspruchsvollen Vorspielen ausgewählt wurden – spielen in einer konstanten Besetzung. Sie haben bereits mit vielen bedeutenden Künstlern unserer Tage musiziert: Zu den namhaften Solisten, mit denen die Kremerata Baltica zusammen gearbeitet hat, gehören etwa die Sopranistin Jessye Norman, die Pianisten Mikhail Pletnev, Jewgenij Kissin und Oleg Maisenberg, Geiger wie Thomas Zehetmair und Vadim Repin sowie die Cellisten Boris Pergamenschikow und Yo-Yo Ma; bisherige Dirigenten waren unter anderem Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Christoph Eschenbach, Kent Nagano, Heinz Holliger und Vladimir Ashkenazy. Sie alle haben das sehr eigenständige Profil des Kammerorchesters mitgeprägt.

Zur künstlerischen Handschrift der Kremerata Baltica gehört neben der hohen interpretatorischen Qualität nicht zuletzt eine ungewöhnliche und spannende Programmgestaltung, die sich oft abseits des Mainstreams bewegt und zahlreiche Ur- und Erstaufführungen enthält – darunter Werke von Kancheli, Vasks, Desyatnikov und Raskatov. Das breit gefächerte und sorgsam ausgewählte Repertoire zeigt sich auch an den viel gelobten CD-Produktionen des Ensembles: In den „Eight Seasons“, hat das Orchester die Jahreszeiten-Zyklen von Vivaldi und Piazzolla miteinander kombiniert, auf „Silencio“ zeitgenössische Kompositionen von Pärt, Glass und Martynov vorgestellt. Für die Aufnahme mit dem Titel „After Mozart“ - ein musikalischer Rückblick auf Mozart aus der Sicht des 21. Jahrhunderts – gab’s den begehrten Grammy Award: Einer von vielen Belegen für das internationale Renommee des Ensembles. Alle fünf Violinkonzerte von Mozart, live aufgenommen bei den Salzburger Festspielen im Jubiläumsjahr 2006, sind beim Label Nonesuch erschienen.

Die aktuellen CDs der Kremerata Baltica sind „Mozart concertos no. 20 & 27“ mit Evgeny Kissin und die CD „De profundis“ mit Gidon Kremer.

 

http://www.kremerata-baltica.com

 

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