Gidon Kremer

Violine

 

Von all den weltweit führenden Violinisten hat Gidon Kremer vielleicht die ungewöhnlichste Karriere. Geboren in Riga, Lettland, begann er im alter von vier Jahren mit dem Violinunterricht bei seinem Vater und Grossvater, die beide sehr gute Streicher waren. Mit sieben Jahren trat er in die Riga Music School ein. Mit sechzehn Jahren gewann er den ersten Preis der lettischen Republik und begann zwei Jahre später sein Studium bei David Ostrakh am Moskauer Konservatorium. Er gewann bedeutende Preise und Wettbewerbe, darunter 1967 die Queen Elizabeth Competition und die ersten Preise beim Paganini und beim internationalen Tschaikowski Wettbewerb.

Sein Erfolg forcierte Gidon Kremers aussergewöhnliche Karriere, brachte ihm weltweite Anerkennung als einer der originellsten und fesselndsten Künstler seiner Generation. Er war bereits auf fast allen bedeutenden Bühne zu Gast und spielte mit den namhaftesten Orchestern Europas und Amerikas. Er arbeitete mit den führenden Dirigenten unserer Zeit zusammen.

Gidon Kremers Repertoir ist aussergewöhnlich umfangreich und umfasst die klassischen und romantischen Standardwerke für Violine ebenso wie die Musik der Meister des 20. und 21. Jahrhunderts wie Henze, Berg und Stockhausen. Er setzt sich auch für die Werke von lebenden russischen und osteuropäischen Komponisten ein und hat viele bedeutende neue Werke, zahlreiche davon sind ihm gewidmet, uraufgeführt. Er ist mit so unterschiedlichen Komponisten wie Alfred Schnittke, Arvo Pärt, Giya Kancheli, Sofia Gubaidulina, Valentin Silvestrov, Luigi Nono, Aribert Reimann, Peteris Vasks, John Adams, Victor Kissine, Michael Nyman, Philipp Glass, Leonid Desyatnikov und Astor Piazzolla verbunden, indem er ihre Musik dem Publikum in einer Weise nahe bringt, die die Tradition respektiert und zeitgemäss bleibt. Es ist fair zu sagen, dass kein anderer Solist seines internationalen Ranges so viel für die zeitgenössischen Komponisten getan hat wie er.

Als überaus produktiver Künstler, hat Gidon Kremer mehr als 120 Alben aufgenommen. Viele davon brachten ihm prestigeträchtige, internationale Auszeichnungen und Preise ein, die seine aussergewöhnliche interpretatorische Kraft bestätigen. Diese beinhalten den „Grand prix du Disque“, „Deutscher Schallplattenpreis“, den „Ernst-von-Siemens Musikpreis“, das Bundesverdienstkreuz, den „Premio dell’Accademia Musicale Chigiana“, den „Triumph Prize 2000 (Moskau), 2001 den „Unesco Prize“, 2007 den „Saeculum-Glashütte Original-Musikpreis Dresden“ und 2008 den „Rolf-Schock Prize“ Stockholm, den „life achievement prize“ des Istanbul Musikfestivals und andere.

Im Februar 2002 wurden er und die Kremerata Baltica mit dem Grammy für die Nonesuch Aufnahme „After Mozart“ in der Kategorie „Best small Ensemble Performance“ ausgezeichnet. Die gleiche Aufnahme erhielt im Herbst 2002 den Echo in Deutschland.

Die EMI Classics CD „The Berlin Recital“ mit Martha Argerich und Werken von Schumann und Bartók ist jüngst sowohl als Album mit Violinkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart, als auch als Live-Mitschnitt beim Label Nonesuch, aufgenommen mit der Kremerata Baltica beim Salzburg Festival 2006, veröffentlicht worden. Seine jüngste CD „De Profundis“ erschien im September 2010 bei Nonesuch. Gidon Kremer arbeitet auch aktiv mit dem EMC Label, das seine letzte Aufnahme aller Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach veröffentlichte. Das am häufigsten herausgegebene Album ist das Klaviertrio-Album mit Khatia Buniatishvili und Giedre Dirvanauskaite und ein CD-Set mit Live-Aufnahmen vom Lockenhaus Festival, das anlässlich des 30jährigen Jubiläums das einzigartige Festival feiert, das Gidon Kremer 2011 beschloss.

1981 gründete Gidon Kremer das Lockenhaus Festival, ein intimes Kammermusikfestival, das bis 2011 30 Jahre lang jeden Sommer in Österreich stattfand. 1997 gründete er die Kremerata Baltica, ein Kammerorchester zur Förderung von jungen, ausserordentlich talentierten Musikern aus den drei baltischen Staaten. Seitdem tourt Gidon Kremer ausgiebig mit dem Orchester und erscheint bei den weltweit bedeutendsten Festivals und Konzerthäusern. Er hat ausserdem annähernd 20 CDs mit dem Orchester für Teldec, Nonesuch, DGG und EMC eingespielt. Von 2002 bis 2006 war Gidon Kremer der künstlerische Leiter des Festivals „Les muséiques“ in Basel (Schweiz).

Gidon Kremer spielt eine Nicola Amati aus dem Jahr 1641. Er ist auch Autor dreier Bücher, die in Deutschland veröffentlicht wurden und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie reflektieren sein künstlerisches Streben.

 

 

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